Glaube und Religion
Das derzeitige System hat es darauf abgesehen, Gott aus sämtlichen Bereichen des öffentlichen Lebens zu verdrängen; ja, man will sogar verhindern, dass der Name Gottes überhaupt noch in den Mund genommen wird – außer zu gotteslästerlichen Zwecken. Gott soll aus allen unseren Gebräuchen und Gewohnheiten verschwinden. Bei uns soll im Gegenteil der liebe Gott überall mitsprechen. (Kapitel 1891,3)
Die Religion wird ziemlich häufig in den Familien fast nur noch als bloße Formsache betrachtet … der Glaube ist nicht mehr als eine bloße Verstandesunterweisung. Es genügt aber doch nicht, so recht und schlecht unsere Pflichten gesagt zu bekommen, man muss sie gleichzeitig erfüllen. Genauso wenig wie ein Arbeiter seinen Beruf beherrscht, wenn er die Theorie auswendig im Kopf hat. (Kapitel 1893,16-19)
Klammern wir uns an Gott und lassen wir uns, durch was immer es sei, nicht von ihm trennen. Er sei der Kern unseres Seins und das Innerste unserer Seele. (Kapitel 1891,4)
Sobald man Gott loslässt, gibt es keine festen Grundlagen mehr, und alles bricht zusammen. (Exerzitien 1890,59-61)
In all unser Tun muss Gott einbezogen werden. Dies gibt uns die wahre Richtung an, den wahren Weg, dem jede Seele folgen muss. Das ist das wahre Ziel, nach dem wir streben sollen, das wahre Ziel, das wir anpeilen sollen. Es ist die Zuwendung zu Gott, die alle unsere Handlungen heiligt. (Chapitre 16. 5. 1894)
Gebet
Beten heißt, unsere eigenen Angelegenheiten mit Gott abhandeln, uns mit ihm darüber einfach liebevoll unterhalten; nicht nur über die spirituellen Angelegenheiten, sondern über alle unsere Angelegenheiten. (Chapitre 16. 5. 1894)
Ohne Gebet kannst du nie Erfolg haben. Es wäre Torheit, dies überhaupt versuchen zu wollen. (Kapitel 1897,48-50)
Wenn das, was wir Gott sagen und versprechen, uns dazu führt, uns an seine Füße und in seinen Armen zu halten; wenn wir ihn um sein Licht bitten, um uns zu erleuchten; wenn wir ihn fragen, wie wir uns verhalten sollen, um gut zu handeln; wenn wir ihn bitten, uns zu Hilfe zu kommen, dann ist das echtes Gebet. (Chapitre 16. 5. 1894)
Achtung
Seit unserer Geburt haben wir sicher sehr viele Fehler begangen, und ein großer Teil davon hat ihre Wurzeln darin: Wir haben diesen Grundsatz vergessen, den Grundsatz der Hochachtung vor unseren Mitmenschen, der Achtung vor ihren Gedanken und Meinungen, der Scheu, nicht das niederzureißen, was andere aufbauen. (Exerzitien 1894,56-58)
Ehrfurcht
Zeigen wir uns also stets leutselig und sehr höflich. Bringen wir jedem große Achtung entgegen; denn die wohlverstandene Ehrfurcht vor dem Nächsten ist die Grundregel der Liebe. (Kapitel 1888,38)
Kritik
Bei schwierigen Fragen, wenn gegensätzliche Meinungen aufeinander stoßen, dürft ihr sicher auch euren Standpunkt verteidigen. Tut es aber mit so viel Liebenswürdigkeit und Wohlwollen, dass eure Sache auf Grund des versöhnlichen Tons von vorneherein gewinnt, und ihr durch geschicktes Vorgehen einen großen Eindruck macht. (Kapitel 1891,6)
Liebe
Auf dem Prinzip der Liebe beruht unser ganzes Tun. (Kapitel 1893,32-33)
Statt die Schranken eurer Liebe mehr und mehr einzuengen, solltet ihr sie immer mehr erweitern; so werdet ihr Gottes Segen ernten, denn Gott segnet nun einmal die liebenden Herzen. (Kapitel 1895,72-74)
Wir haben ein Herz! Beachten wir das. Gott hat sich mit seiner Schöpfung nicht geirrt. Er hat in dieses Herz Schätze der Liebe und Zärtlichkeit gelegt, je nach der verschiedenen Berufung, zu der er die Menschen bestimmt. Diese Liebe muss aus dem Herzen aufsteigen, sich ausbreiten und mitteilen. Das ist das Gesetz jeder Liebe. (Exerzitien 1897,17)
Würde des Menschen
Der Mensch stellt etwas Großes dar; wir dürfen ihn nicht vernichten und herabwürdigen. (Kapitel 1893,32-33)
Mut
Wir nehmen als Devise: 1. Leidenschaftlich das tun, was wir zu tun haben. Und 2. Guten Mut haben. (Exerzitien 1890,59-61)
Gottes Werk
Wisst ihr, warum ich diese Uhren mache? Weil sie ein Bildnis dessen wiedergeben, was Gott geschaffen hat. Je vollkommener das Uhrwerk, desto mehr ähnelt es der Schöpfung Gottes. Die Bewegungen der Erde und der Sterne bestimmen und begleiten unser Leben. Die Uhr tickt weiter, bis die Stunde angebrochen ist, in der wir diese Welt verlassen und in Gott aufgenommen werden, wo es keine Zeit mehr gibt. Ich arbeite gerne an einer solchen Uhr, für mich ist das entspannend und ich finde Gott darin wieder.
In einem Uhrwerk gibt es Räder, die sich nur langsam drehen und an einem Tag nur eine Umdrehung machen. Aber auch sie dürfen nicht fehlen und tragen bei zur allgemeinen Bewegung. So muss auch jeder von uns in seinem kleinen Wirkungskreis, ja in seiner Erbärmlichkeit sich unablässig und großmütig treu erweisen, dann werden wir alle Gottes Werk vollbringen. (Kapitel 1888,15)
Stolz
Wenn wir nicht sehr Acht geben, kommen wir leicht zur Überzeugung, unsere Gewohnheiten und Ideen seien die besten der Welt. (Kapitel 1896,57-57)
Vertrauen
Oft schon habe ich es gesagt: Entscheidend bleibt, dass wir unerschütterlich feststehen und Vertrauen haben. Nicht darauf kommt es an, dass wir Großes leisten, sondern darauf, dass wir viel dulden, viel erwarten und viel erhoffen. (Kapitel 1891,7)